Berlin allein macht auch nicht glücklich

Zu diesem Buch gab es einfach nicht gar so viel zu sagen. Die Autorin selbst war scheints auch ein wenig sprachlos. Was genau in diesem schmalen Bändchen steht und ob man es lesen muss, verrate ich hier.

Will noch irgendwer aufs Land ziehen?

Ich hatte mich ja schon Anfang des Jahres bei den ausführlichen Beschreibungen der ländlichen Idylle in Brandenburg gegruselt. Marlen Schachinger wirft neben den üblichen Nachbarschaftsstreitigkeiten und Familienfehden noch eine Handvoll Flüchtlinge in die Waagschale ihrer Geschichte - und schon lässt sich kein Gleichgewicht mehr herstellen. Sehr lesenswert.

Wenn der Weltschmerz wütet

Sohn aus reichem Elternhaus wählt das Landleben, anstatt die väterliche Fabrik zu übernehmen, und doch wird er nicht glücklich. Was da genau schiefläuft, schreibe ich hier.

 

Mit besten Absichten

Noir-Romane finde ich im Allgemeinen zu quälend - und doch habe ich einem Kollegen versprochen, ihm dieses Buch abzunehmen. Es hat sich gelohnt. Ein sehr spannendes Buch - leider ziemlich anstrengend übersetzt.

Failure to communicate

Mit Diogenes-Büchern scheine ich dieses Jahr kein Glück zu haben. Nach "Der Trick" und "Das Ende der Einsamkeit" habe ich mich jetzt durch "Ein passender Mieter" gequält. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: Ein mäßiges Buch.

Von der Bedeutung des Vaters

Wie wichtig kann ein Vater sein, den man nie kennengelernt hat? Ist Straßenbahnfahrer direkt nach dem Abi ein akzeptabler Beruf? Was hat man im Mittelalter für Phantasiegestalten auf vermeintliche Weltkarten gezeichnet? Auf diese und andere Fragen bietet Paula Fürstenbergs Debütroman Antworten - und abgesehen davon liest er sich auch gut. Finde ich.

Norwegische Nabelschau

Von diesem Buch hatte ich mir nach Lektüre des Klappentexts und der Leseprobe viel erwartet und wurde herb enttäuscht. Was genau da im Argen liegt, verrate ich hier.

Ein einfacher Plan

Ist das Repetitive in Jon Fosses Trilogie nun eindringlich oder ermüdend? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Fest steht, der Roman ist sehr lesenswert. Warum genau, lest ihr hier.

Von Zentrifugalkräften im dörflichen Brandenburg

In Brandenburg soll ja schon der eine oder andere wegen der anhaltenden Langeweile im Tran voll in die Allee gegurkt sein, hört man. Im idyllischen Unterleuten hingegen steppt der Bär, wenn man Juli Zeh glauben darf. Da brodeln die Intrigen, dass es eine wahre Lust ist. Ebenfalls eine wahre Lust ist die Lektüre dieses fetten Wälzers, nur für die Strandlektüre ist er umfangsbedingt eher nicht geeignet.

 

Aber was quassel ich? Hier meine Rezension.

Erinnerungen und andere Schätze

Der Coming-of-Age-Roman in Form einer Road Novel ist nicht neu, kann aber immer interessant werden. Alexandra Tobor hat sich auch daran versucht. Das Resultat ist ein recht unterhaltsames Buch mit einem eher schwachen Ende. Muss man nicht lesen. Kann man aber. Schlecht ist es nicht. Aber eben auch kein "Tschick". Meine Rezension könnt ihr bei den Booknerds lesen.

Pilzesammeln für Fortgeschrittene

Bin ich unter die Filmkritiker gegangen? Nein. Aber als Martin-Suter-Fan musste ich mir natürlich die Verfilmung von "Die dunkle Seite des Mondes" ansehen. Ein sehr spannender Film. Mein Vorteil: Als Deutsche im Ausland habe ich mir in den letzten Jahren Moritz Bleibtreu noch nicht übergesehen. Ist der Film nah an der Vorlage? Mag man danach das Buch noch lesen? Kann einem als Leser des Romans der Film gefallen? Meine Antworten darauf findet ihr hier.

Puzzeln auf hohem Niveau

Thomas-Glavinic-Fans können sich freuen: Der aktuelle Roman hat so viele Seiten, dass man lange etwas davon hat. Ihn zu rezensieren, ohne das Lesevergnügen anderer zu schmälern, ist allerdings eher schwierig. Ich habe es immerhin probiert. Wie er mir gefiel, kann man hier lesen.

 

 

Immer auf Achse

Obwohl ich das Buch schon vor einer Weile ausgelesen habe, bin ich erst jetzt dazu gekommen, meine Rezension zu schreiben. Ich musste die Geschichte erst einmal auf mich wirken lassen, scheint mir. Das habe ich inzwischen ausgiebig getan und bin zu folgendem Schluss gekommen, der wie immer bei den Booknerds erscheint, genauer: hier.

Der Meister der Komposita ist wieder da!

Warum nur habe ich für die Lektüre dieses sehr lesenswerten Buches so lange gebraucht? Das hat mehrere Gründe. Erstens hat es über 500 Seiten, die sich nicht so mal schnell, schnell nebenher lesen lassen. Es handelt sich hier schließlich nicht um einen Feelgood-Roman, durch den man bienemajagleich von Seerose zu Seerose hüpft. Zweitens muss man ständig innehalten und sich die wunderbaren Komposita auf der Zunge zergehen lassen.

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Larifari und Melodrama

Vom Ende der Einsamkeit ist das dieser Tage wohl gehypteste Buch. Ich habe mich 300 Seiten durch dieses Buch gequält, weil ich drüber schreiben sollte. Dann habe ich es weggelegt, weil es mich so angeödet hat und ich einfach keine Zeit für Bücher habe, die mich nicht interessieren. Eine Frage beschäftigt mich aber weiterhin: Was muss Benedict Wells für einflussreiche Freunde haben, wenn er es mit seinem mittelmäßigen Buch sogar ins ZDF heute-journal schafft?

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Was tut man nicht alles

Het  smelt ist DAS Buch derzeit im niederländischsprachigen Teil von Belgien. Es ist das Romandebüt der Wahlbrüsselerin Lize Spit, 27, und wird vor allem deshalb so über den grünen Klee gelobt, weil sich offensichtlich viele Leute nicht vorstellen können, dass jemand in ihrem Alter schon solche Beobachtungen formulieren kann, eine Aussage, die ich inzwischen schon öfter gehört habe und über die ich mich nur wundern kann.

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Schaler Schmu

Was nur, was stört mich an diesem Buch, habe ich mich gefragt. Sicher, es ist keine große Literatur, aber das muss ja auch nicht sein. Es liest sich recht flott und für ein Romandebüt ist die Erzählstruktur ganz nett und sehr filmisch ausgedacht. Was stimmt also nicht? Ganz einfach: Alles ist zu oberflächlich und zu unverbindlich.




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Hausboot? Nur für Mutige!

Obwohl ich schon einmal Urlaub auf einem Hausboot gemacht habe und der absolut grandios war, ist mir doch noch nie im Traum eingefallen, auf dem Wasser wohnen zu wollen. "Vier Zimmer, Küche, Boot" hat deshalb sofort mein Interesse geweckt. Wie kommt man überhaupt auf die Idee? Und wie schwierig ist die Umsetzung? Um es kurz zu machen: Sehr schwierig. Haus- und Wohnungsbesitzer machen sich kein Bild von dem, was Hausbootbesitzer alles auf sich nehmen müssen, um einfach nur wohnen zu dürfen.

 

 

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So ist es und nicht anders

Viele, viele Praktikanten stürmen jährlich die europäischen Institutionen und all die Lobbyorganisation und Vertretungen, die sie umgeben. Basje Bender kam 2011 aus demselben Grund nach Brüssel. Und blieb.

 

Auch die Protagonistin ihres Debütromans Brussel, Elvie, hat es so nach Brüssel verschlagen und auch sie verliebt sich in diese graue Stadt, die einem das Verlieben nicht leicht macht, und bleibt, weil sie eine gutbezahlte Stelle findet.

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Widerstand ist zwecklos

Gerade hatte ich mal wieder Barbara Yelins wunderbare "Irmina" in der Hand, die erschienen ist, noch bevor ich gebloggt habe. Da Barbara für dieses Buch verdientermaßen immer noch Preise gewinnt, bei Reprodukt dieses Frühjahr eine Neuauflage erscheint und es sogar von der Bundeszentrale für politische Bildung für herausgebenswert erachtet wurde, ist es wohl noch nicht zu spät, etwas darüber zu schreiben, dachte ich mir.

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Immer Vollgas

Das 16jährige Scheidungskind Zoe zieht mit Ihrer Mutter vom schicken New York in eine miefige Kleinstadt und muss von einer Privat- auf eine staatliche Schule wechseln. Das kann schon mal ein Kulturschock sein. Doch noch bevor sie sich großartig langweilen oder unter Einsamkeit leiden kann, hat sie das Glück, vom gleichaltrigen Hobbydetektiv Philip Digby zum Sidekick auserwählt zu werden.

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Beste Freundinnen für immer

Mit I am Princess X hat Cherie Priest einen fesselnden Thriller für "Thrillerleseanfänger" geschrieben, sozusagen Thriller light: Nicht blutig, trotzdem spannend. Die Aufmachung mit den eingefügten Comics bietet zudem eine willkommene Abwechslung fürs Auge.

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Die Grenze zwischen dem Wiedererkennbaren und dem Wahnsinn

Eins vorweg: Ich bin eigentlich ein Franzen-Fan. Ich mag seine dysfunktionalen Familien und ihre Irrungen und Wirrungen, das Ringen der Figuren mit sich selbst, das Hadern mit ihrem Schicksal und ihren Beziehungen. Ich mag seinen ausschweifenden, detaillierten Erzählstil und die Liebe und Präzision, mit der er seine Figuren beschreibt. Und doch konnte ich mit Purity nicht gar so viel anfangen.

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Paranoia allüberall

Was ist denn bloß mit meinen Lieblingsautoren los? Warum werden ihre Hauptfiguren immmer gestörter? Kann man mit gesunden Menschen keine interessanten Geschichten mehr erzählen? Geht einem als Autor irgendwann der Stoff aus? Fragen über Fragen, die sich mir in letzter Zeit regelmäßig stellen. Vielleicht wird es Zeit, neue Autoren zu entdecken. Aber über diesen Boyle will ich doch noch schreiben.

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Herrn Netenjakobs Beitrag zur Völkerverständigung

Der Vorzeigedeutsche Daniel und seine türkische Verlobte Aylin haben sich auf ein Hochzeitsdatum geeinigt. So weit, so harmonisch. Doch über die Gestaltung der Hochzeitsfeierlichkeiten gehen ihre Vorstellungen diametral auseinander. Während Daniel sich eine intime Zeremonie auf einer Hallig vorstellt, ist es für Aylin völlig selbstverständlich, dass ihre erweiterte Familie aus der Türkei hierzu eingeladen werden muss, bzw. nicht einmal das: Die Familie rückt einfach an und quartiert sich ein. Für Daniel kommt diese Invasion als ein ungebremster Kulturschock, den er offensichtlich völlig unterschätzt hat. Zwei Welten prallen aufeinander.

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Gelebte Ermittlungen

Der Kommunalpolitiker und Futtermittelproduzent Plochinger wird tot in einem rosa Schweinesarg aufgefunden. Kommissar Wolf schaut aus privaten Gründen dem Ermittler Hartmann über die Schulter, war er doch früher einmal mit der frisch verwitweten Frau Plochinger liiert. Mit seinem Erscheinen kommen die Ermittlungen scheinbar gründlich durcheinander, doch eigentlich beschleunigt er nur, was sowieso eingetreten wäre. Mit seiner tapsigen, verkopften und leicht soziopathischen Art taumelt er von Fettnapf zu Fettnapf und bringt Menschen in Gefahr, die ansonsten mit dem Fall nichts zu tun gehabt hätten.

 

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Leben Kurz!

Die Ich-Erzählerin (Cele)Stine lässt uns an ihrem tristen Alltag teilhaben. Sie wächst in einer bildungsfernen Patchwork-Familie bei Vater und Stiefmutter auf, schafft trotz innerfamiliärer Hürden das Abi - und fällt dann in ein Loch, weil ihr berufliche Zielstrebigkeit nicht vorgelebt wurde, sie nie gelernt hat, ihre Talente zu entwickeln und etwas für sich selbst zu wollen. Sie lässt sich treiben, probiert dieses und jenes aus, ist damit aber nicht zufrieden. Erst als sie durch einen Zufall eine Ersatzoma und einen Ersatzopa und im selben Haus noch zufälliger auch ihre erste große Liebe findet, wacht sie aus ihrer Apathie auf. Über diese Menschen kommt sie zum ersten Mal mit sich selbst in Kontakt und findet am Ende ihren eigenen Weg.

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Im Alleingang

Harry Hole kehrt nach zehn Jahren aus seinem selbst gewählten Exil Hongkong zurück, weil er von einer früheren Kollegin erfahren hat, dass sein Stiefsohn Oleg einen Mann erschossen haben soll und deshalb in Haft sitzt. Hole muss erkennen, dass aus dem fröhlichen Jungen aus seiner Erinnerung zwischenzeitlich ein freudloser Junkie geworden ist, der tief im Drogensumpf steckt. Er gibt vor, sich an den Tathergang nicht mehr erinnern zu können, weil er high gewesen sei.

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