Ein Sommer zum Abgewöhnen

Ich rezensiere normalerweise keine Kinderbücher, vor allem, weil ich sie immer erst lange nach Erscheinungsdatum entdecke, aber dieses möchte ich doch allen wärmsten empfehlen, die heutzutage noch lesende Kinder ab zehn Jahren haben oder die ihren Kindern noch vorlesen. Sonne, Moon und Stern ist eine wunderschöne Geschichte, die sogar gleich mehrere schwierige Themen behandelt und dabei positiv bleibt, ohne oberflächlich zu sein.

Pünktlich zu Beginn der Sommerferien beschließen Gustavs Eltern,  dass sie eine Pause voneinander brauchen, so dass der alljährliche Dänemarkurlaub ausfällt. Die Mutter fährt kurzerhand nach Mallorca, um eine Freundin zu besuchen, der Vater zieht ins bereits gemietete Wohnmobil vor der Haustür, die pubertierenden Schwestern proben den Aufstand und Gustav traut sich wegen ihrer frisch sprießenden Brüste nicht ins Freibad. Zu allem Überfluss fällt auch noch ihr Geburtstag in diese vermaledeiten Ferien und ihre beste Freundin ist zufällig mit der Klassenbitch auf demselben Campingplatz in Frankreich, sodass Gustav sich doppelt und dreifach verlassen fühlt.

 

Um sich zu trösten, geht sie trotz brütender Hitze viel mit ihrem uralten Hund Sand spazieren und trifft dabei regelmäßig auf Moon, der kurz vor Ferienbeginn neu in ihre Klasse gekommen ist und es dort nicht leicht hatte, weil er immer Glitzerleggins und ein Stern-T-shirt trägt. Er sammelt Flaschen wegen des Pfands, weil seine Mutter häufig depressionsbedingt zuhause bleibt, sodass das Geld knapp ist. Gemeinsam zockeln sie durch Berlin, den hechelnden Hund auf dem Skateboard im Schlepptau, sammeln Pfandflaschen und machen das Beste aus der vielen freien Zeit.

 

Sonne, Moon und Sterne ist eine einfühlsame Geschichte über das Erwachsenenwerden, erste Verliebtheit, Trennung der Eltern, psychische Probleme, eine belastete Mädchenfreundschaft und dann auch noch Tod eines geliebten Haustiers. Eine solche Anhäufung gewichtiger Themen, ohne dass das Buch schwer und traurig gerät, ist schon ein Kunststück. Es ist Lara Schützsack großartig gelungen. Ein wurnderschönes Buch.